Der Altersunterschied hätte größer kaum sein können bei den beiden Teilnehmern der Menschenkette gegen die Atomkraft, die im Plöner Bus der Grünen nach Glückstadt auf den Deich fuhren: Hildegard Dieterich aus Plön, 77 Jahre alt mit Demonstrationserfahrung aus der Bauzeit des AKW Brockdorf, und Linus Petersen aus Satjendorf, fast 13 Jahre alt und allein verantwortlich Reisender. Gleichwohl hatten beide keine Schwierigkeiten, sich in die Busgemeinschaft einzuordnen und auf dem Deich ihren Platz in der Menschenkette zu finden.
Hildegard Dieterich erinnert sich an ihre letzte Demonstration 1981 in der Wilstermarsch, an der über 100.000 Menschen teilnahmen, die unter massiven Polizeieinsatz stattfand , und zeigt sich heute begeistert von der bunten Menschenmenge und den froh gelaunten jungen Leuten, die am Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl friedliche eine lange Kette bildeten. „Man muss doch etwas tun und kann nicht zu Hause bleiben“, so ihre Devise. „Es ist einfach toll zu wissen, dass die Kraft von damals nicht erlahmt ist und auch heute wieder 100.000 Menschen auf den Deich gebracht hat.“
Linus Petersen: „Ich bin stolz, dass ich einer von den über hunderttausend Leuten war, die mal ihre Meinung gezeigt haben und mit an einem Stück Geschichte gewirkt haben." Ihm gefiel die Stimmung, er würde es jederzeit wieder machen, und fand dass es etwas sehr Wichtiges war. Besonders imponiert hat ihm, dass da Menschen sogar aus Berlin dabei waren, eine Sambagruppe zum Beispiel.
Als Beitrag zur Menschenkette hatte allein der Landesverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20 Busse bereitgestellt, die die Demonstranten an die Unterelbe gefahren haben; 9 davon von Kiel nach Glückstadt.
Gerd Dreßler













