Grüne zur Fehmarnbeltquerung: „Baustellentourismus“ ist ein unmoralisches Argument!
Auch die zweite Veranstaltung des Wirtschaftsvereins für den Raum Selenter See zu den Folgen einer festen Beltquerung brachte es schnell auf den Punkt: Die Bundesstraßen 202, 76 und 430 sollen ausgebaut werden, um den Ost-West-Verkehr aus Skandinavien von der A1 in südliche Richtung durch den Kreis Plön umzulenken. Kreispräsident und MdL Sönnichsen befürchtet Engpässe im Raum Selent und Schwentinental und fordert eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur auch für den Kreis Plön und prognostiziert einen „Baustellentourismus“ als Belebung der Region.
Dazu Gerd Dreßler, umweltpolitischer Sprecher der grünen Kreistagsfraktion: „Das Fehmarnbeltprojekt mit der Aussicht auf einen Baustellentourismus zu unterstützen bedeutet eine Verhöhnung der Bewohner der Insel und der Nachdenklichen im Hinterland, die um die Landschaft und den sanften Tourismus fürchten. Es ist ein unmoralisches Argument!“
Gleichwohl begrüßt die Kreistagsfraktion Plön BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Initiative aus dem Raum Selent und bedauert die bisherige Zurückhaltung von Politik und Verwaltung zu diesem Thema im Kreis Plön. Gerd Dreßler in einem Wortbeitrag der Diskussion in Selent: „Wirtschaftsförderung kann nicht allein aus Beton und Asphalt bestehen. Es macht wenig Sinn, schon jetzt über mehrspurigen Straßenausbau der Bundesstraßen oder neue Umgehungsstraßen um die Dörfer nachzudenken, solange die Zielvorstellungen der Region nicht ermittelt sind. Im Bundesverkehrswegeplan ist für den Straßenausbau kein Geld eingestellt. Der durch die Beltquerung erwünschte Impuls für die Region für den Tourismus droht durch einen Ausbau der Transitstrecken quer durch den Kreis und Erhöhung der Frequenz des Fern(last)verkehrs wieder zunichte gemacht werden.“
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN stehen der Fehmarnbeltquerung ablehnend gegenüber, da der Kosten-/Nutzenquotient schöngerechnet ist, die Verkehrsinfrastruktur nicht zukunftsweisend ausgerichtet wird und Natur und Landschaft auch im Kreis Plön nachhaltig beeinträchtigt werden. Dreßler weiter: „Es rächst sich jetzt, dass die Mehrheit des Kreistages die Sicherung der Bahntrasse Ascheberg-Neumünster abgelehnt hat. Diese Strecke wäre prädestiniert für die Querverbindung nach Hamburg. Güter gehören auf die Schiene und nicht auf die Straßen im ländlichen Raum!“
Gerd Dreßler
Umweltpolitischer Sprecher der Fraktion










